Herberge für Erdbebenopfer eingerichtet

Liebe Freundinnen und Freunde

 

  1. Martìn und ich haben gedacht, wir schreiben euch etwas mehr über die Situation nach dem Erdbeben, darüber wie wir an der Hilfe für die betroffenen Leute teilnehmen. So habt ihr, liebe Freunde und Spender, die Information aus erster Hand, ausgedrückt ohne jegliche Interessen. Unsere Absicht ist es einzig und allein, dem Land Ecuador zu helfen nach vorne zu schauen und weiterzukommen.

 

Schlüsselwort: MIES = Ministerio de Inclusión Económica y Social (Ministerium für wirtschaftliche und soziale Inklusion)

 

Es sind persönliche Eindrücke der Situation, die nicht beabsichtigen einen präzisen Bericht der Situation darzulegen. Wir möchten jedoch von Santo Domingo aus, dem Ort, der die meisten Geschädigten aus Pedernales und Cojimíes aufnimmt, unseren Blick und unsere Gefühle auf die Begebenheiten darstellen. Vielleicht wiederholen wir uns in dem ein oder anderen Kommentar, aber wir hoffen, dass ihr das mit unserer Situation zu rechtfertigen wisst.

 

  1. Die Nachbeben nehmen logischerweise in ihrer Intensität und Häufigkeit ab. Doch die fehlende Bildung eines großen Teils der Bevölkerung führt dazu, dass eine große Zahl an Personen sich mit jeder Bewegung, so leicht sie auch sein mag, verängstigen und denken, es kommt ein weiteres Erbeben.
  2. In Santo Domingo, wo es eine große Anzahl Kranker, Verletzter und Geschädigter gibt, regnet es ununterbrochen, zwar nicht sehr stark, aber stark genug, um Lärm zu machen und die Leute zu erschrecken, die nun auf Natureindrücke übersensibilisiert sind. Sie wollen nicht in Stockbetten der Herbergen schlafen, da diese sich ein wenig bewegen. Eine Gruppe Erwachsener bat uns, die Matratzen auf den Boden zu legen. Wir kamen dieser Bitte nach und legten sie auf einen Stoff, der den Boden bedeckt.
  3. Die größte Schwierigkeit ist weder der Mangel an Materiellem, noch an Essen. Das Schlimmste ist die mangelnde Fähigkeit eines Krisenmanagements, das mit gesundem Menschenverstand und fachlichem Urteilsvermögen ausgeführt werden sollte. Es bedarf an Menschen, die führende Rollen einnehmen und vermitteln, vor allem Politiker, Funktionäre. Es fehlt an einer Koordination der Staatsgewalten.
  4. Kommunikation und Information. Die Regierung hat ein “Kriterium der Zentralisierung der Information über die Katastrophenentwicklung” festgelegt, um zu vermeiden, dass autoritäre- oder auch nicht autoritäre Personen / ein gut oder nicht gut informierter Journalist, Informationen weitergeben, die nicht der genauen Wahrheit entsprechen. Auch wenn dieses Kriterium grundlegend und angemessen ist, fürchten viele, dass dieses zu einer fehlenden Information der Bevölkerung führt. Wir denken, dass eine tägliche Nachricht der provinzialen oder nationalen Behörde an die Bevölkerung über den aktuellen Stand der Situation, darüber welche Herausforderungen wir haben, was wir tun sollen und was nicht, zu einer größeren emotionalen und psychologischen Gelassenheit der Bevölkerung beitragen würde; vor allem für den Großteil der wenig gebildeten Menschen. Heute hatten wir die Möglichkeit, dies der provinzialen Landrätin und dem Leiter von MIES vorzustellen.
  5.  Leider bekommen wir von unserer Regierung zur Zeit keine finanzielle  soziale Unterstützung für unser Kinderheim und auch die Kosten für die Erdbebenopfer müssen wir selber bezahlen.
  6.          Es beunruhigt uns ein wenig, dass sich das Bildungsministerium noch nicht über den geplanten Schuljahresbeginn äußert, welcher theoretisch am 2. Mai wäre. Wir hätten die Möglichkeit, eine weitere Grundschule zur Verfügung zu stellen, um dort Betroffene  aufzunehmen. Wenn jedoch die Schule in dieser Zeit beginnt, wäre die eine mit der anderen Aktivität nicht vereinbar.
  7. Einige Punkte für Menschen außerhalb Ecuadors, falls Euch jemand um Information oder Wege für mögliche Hilfe bittet:
  • Der sicherste Weg zu helfen sind Geldspenden auf ein Konto einer bekannten Institution.
  • Beim Senden von Materiellem kann nicht garantiert werden, dass es am gewünschten Ziel ankommt. Die Mafia der Häfen hat kein Erbarmen und wird beim Ausladen alles was sie kann rauben.
  • Weder etwas an Privatpersonen, noch auf ihre Konten schicken, außer es sind Familienangehörige.
  • Habt keine Eile das Ziel Eurer jetzigen Hilfe zu erfahren; es ist wichtig jetzt zu geben, aber über das Ziel wird in einem zweiten Moment entschieden, wenn sich die Solidarität aus den ersten Emotionen verringert hat.
  1. Unserer Beitrag zum jetzigen Zeitpunkt:
  • Herberge: 70 Personen
  • Casa Hogar de Jesús: 10 Plätze für neue Kinder
  • Grundschulen: Anmeldungen für betroffene Kinder, nach Kriterien des Bildungsministeriums
  • Medizinische Beratungsstelle Calasanz: ärztliche Not-Betreuung aller Aufgenommenen.
  • Programm Calasanz (Abschaffung der Kinderarbeit): Berichte über die Situation der aufgenommenen Familien und der Provinz für ein weiteres Vorgehen.

 

  1. Das Notfall-Projekt auf kurze Sicht: unsere Stiftung Calasanz hat die Entscheidung getroffen, ein Gebrauchtwagen in gutem Zustand zu kaufen, um sich um die Notwendigkeiten der Herberge in diesen Monaten zu kümmern. Danach wird dieser dem Projekt zur Abschaffung der Kinderarbeit dienen; für die Fahrten des Personals und der Kinder.

 

Danke an alle für Euere gebet dass für uns wichtig ist.

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